Positionen

Die Deutsche Waldjugend Landesverband Hamburg e.V. ist parteipolitisch und religiös nicht gebunden. Zunächst einmal gibt es natürlich verschiedenen Positionen, die sich aus der Satzung des Landesverbandes wie auch des Bundesverbandes ergeben. Darüber hinaus positionierte sich die Deutsche Waldjugend in der Vergangenheit zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen. Als Landesverband unterstützen wir diese Positionen.

Positionierungen der Deutschen Waldjugend

  • Positionen, die sich aus der Satzung ergeben
  • Mannheimer Resolution gegen Fremdenhaß
  • Lauterbacher Positionierung
  • Meißner Formel 1988
  • Aachener Positionierung zu Machtmißbrauch

Positionierungen der Deutschen Waldjugend

Positionen, die sich aus der Satzung ergeben

In unserer Satzung sind folgende Punkte enthalten, die bereits eine Positionierung zu verschiedenen Themen erkennen lassen:

[…]

  • 2 Zweck der Körperschaft ist die Förderung der freien Jugendhilfe.

Der Verein Deutsche Waldjugend Landesverband Hamburg mit Sitz in Hamburg verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Zweck der Körperschaft ist die Förderung der Jugendhilfe.

 

 

  • 3 Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch:

3.1 Erziehung und Selbsterziehung in der Gruppe. Der Einzelne soll zu einem in der Gemeinschaft verantwortlich handelnden Menschen herangebildet werden.

 

3.2 Aufgabe der DWJ ist in jungen Menschen Verständnis für die Vorgänge in Natur und Umwelt, insbesondere im Lebensraum Wald zu wecken.

Dies soll erreicht werden durch:

3.2.1 Schaffung und Vermittlung von Grundlagen, die zum Verständnis der Notwendigkeit einer gesunden Umwelt führen, insbesondere durch Arbeiten in den Patenforsten und im Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz.

3.2.2 Erziehung zur selbständigen Verantwortlichkeit und zu kritischem Denken des Einzelnen.

3.2.3 Förderung der körperlichen, geistigen, sittlichen und musischen, sowie politischen Bildung (z.B. durch Heimrunden, Lager und Forsteinsätze, Seminare, Hortenleiterlehrgänge und Gemeinschaftsleben auch auf internationaler Ebene).

 

3.3 Die DWJ ist weltanschaulich und parteipolitisch nicht gebunden. Mitglieder, die in politisch tätigen Gruppierungen tätig sind, vertreten in diesen nicht die Meinung der Waldjugend, ebenso wird die Meinung der politischen Gruppierung nicht Gegenstand der Waldjugend – Arbeit.

 

3.4 Sie vertritt die örtlichen Waldjugendgruppen gegenüber Öffentlichkeit und Behörden. Die örtlichen Gruppen sind gehalten, ihrerseits wiederum mit den örtlichen Behörden und der Öffentlichkeit in Kontakt zu treten. Die Koordination der Öffentlichkeitsmaßnahmen liegt beim zuständigen Referat des Landesverbandes.

Fördermittelbeantragungen sind mit dem Landesverband abzustimmen.

 

3.5 Die Deutsche Waldjugend Landesverband Hamburg ist als Jugendverband tätig.

 

 

  • 4 Gemeinnützigkeit

4.1 Die Deutsche Waldjugend Landesverband Hamburg ist selbstlos tätig; sie verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

 

4.2 Mittel der Deutschen Waldjugend Landesverband Hamburg dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln der Körperschaft. Tätigkeiten im Dienste des Vereins dürfen nach Maßgabe eines Vorstandsbeschlusses angemessen vergütet werden.

 

4.3 Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

 

4.4 Bei Auflösung oder Aufhebung der Deutschen Waldjugend Landesverband Hamburg oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vereinsvermögen an den Bundesverband der Deutschen Waldjugend zwecks Verwendung für den Zweck der freien Jugendhilfe in Hamburg.

[…]

Mannheimer Resolution gegen Fremdenhaß

Die Waldjugend ist Mitunterzeichner der Mannheimer Resolution. Sie wurde u.a. am 15.01.1993 in der Zeitung „Die Zeit“ veröffentlicht. Viele Pfadfinder- und jugendbewegte Gruppen und Personen haben sich der Unterzeichnung angeschlossen.

Wir, die Mitglieder der unterzeichnenden Bünde und jugendbewegte Einzelne, sind zutiefst erschüttert über die Geschehnisse der letzten Zeit in Deutschland. Offener oder versteckter Ausländerhass, blinder Chauvinismus und rechtsextreme oder nazistische Ansichten toben sich wieder in plumper Gewalt auf unseren Straßen aus.
Zum Wesen unserer Bünde gehört es, mit unseren Gruppen auf Fahrt zu gehen. Ob in Italien, Griechenland oder in der Türkei, ob in Europa oder anderswo, die Erfahrungen mit den Bewohnern dieser Länder sind in weit überwiegendem Maße positiv. Gastfreundschaft und Interesse werden uns auch von Menschen entgegengebracht, die Opfer des deutschen Nationalismus waren. Gerade weil wir auf unseren Fahrten in andere Länder fremde Kulturen und Sitten akzeptieren lernen, haben wir kein Verständnis für die Fremdenfeindlichkeit, die sich nun wieder in Deutschland ausbreitet.
Wir versuchen aus der Geschichte zu lernen. Denn auch die Geschichte der Jugendbewegung ist von Anpassung und Anbiederung an die nationalsozialistischen Machthaber geprägt. Aber es gab andere, die gerade aus jugendbewegtem Geiste heraus den Mut fanden, der Diktatur Widerstand zu leisten. Gerade diesen, viel zu wenigen, Aufrechten und Aufrichtigen fühlen wir uns heute verpflichtet.
Die unterzeichnenden Bünde und Einzelnen wollen, so wie es in der Meißnerformel von 1913 steht, „Nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, in innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten“. Innere Wahrhaftigkeit und eigene Verantwortung bedeuten aber auch, nicht schweigend zuzusehen, wenn die grundlegenden Voraussetzungen für Menschenwürde, Freiheit und Demokratie wieder in Frage gestellt werden.
Wir fordern nicht nur die Politiker, sondern alle, im besonderen natürlich die Angehörigen der Jugendbewegung, dazu auf, sich schützend vor unsere ausländischen Mitmenschen zu stellen und nicht zu den Ereignissen zu schweigen.

Lauterbacher Positionierung

Als Deutsche Waldjugend (DWJ) sehen wir unsere Wurzeln im Umweltschutz und in der Tradition der bündischen Jugend. Beide Wurzeln sind Fundament unserer Arbeit und unserer Gemeinschaft. Wir verstehen uns als offene Jugendorganisation, die sich auf der Grundlage ihrer Traditionen mit dem aktuellen Geschehen in Gesellschaft und Umwelt auseinandersetzt. Wir fördern die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen hin zu einem wachen, toleranten und nachhaltigen Leben in Gemeinschaft und Umwelt. Im Sinne unserer Satzung ist unsere Arbeit konfessionell und politisch ungebunden.

Wir bekennen uns weiterhin zu den Aussagen der 1993 mit zahlreichen Bünden unterzeichneten Mannheimer Resolution gegen Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit.

Für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen sehen wir es als Gefahr, dass Bünde und Gruppen im jugendbewegten Bereich existieren, bzw. sich diesem zugehörig fühlen, welche Distanz zu den Positionen der Neuen Rechten, Rechtsextremen und –radikalen vermissen lassen.

Jedwede aktive wie passive Unterstützung dieser Gruppen lehnen wir entschieden ab. Wachsam stellen wir uns gegen blinde Toleranz und Duldung solcher Bewegungen.

Gemäß der 1913 formulierten „Meißnerformel“ ruft die Deutsche Waldjugend alle Jugendlichen, insbesondere die bündische Jugend, auf, der eigenen Verantwortung entsprechend, für Menschenwürde, Freiheit und Demokratie einzutreten. Nach eigener Bestimmung und in innerer Wahrhaftigkeit widersprechen wir völkisch-nationalen bis rechtsextremen Einstellungen. Sowohl innerhalb wie auch außerhalb der bündischen Jugend.

Horrido Bundeswaldläuferrat im Oktober 2009

Meißner Formel 1988

Mit Betroffenheit verfolgen wir den Weg, auf dem die heutige Zivilisation voranschreitet. Die unverantwortliche Zerstörung der Natur, die Vereinsamung der Menschen und die Abkehr von Qualitäten des Lebens gefährden die Existenz der Erde und ihrer Geschöpfe.

In der Suche nach einem neuen würdigen Weg der menschlichen Kultur sehen wir die Aufgabe eines jeden, der der heutigen Zeit gerecht werden will. Ihre gemeinsame Suche wollen die einzelnen Bünde, Gruppen und Persönlichkeiten im Sinne der Meißner Formel von 1913 nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung und in innerer Wahrhaftigkeit gestalten.

 

Die Meißner Formel von 1988, die die Deutsche Waldjugend mit unterzeichnet hat, bezieht sich auf die Meißner Formel von 1913, in der es heißt:

„Die Freideutsche Jugend will nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, in innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten.“

 

Aachener Positionierung zu Machtmißbrauch

Stellungnahme der Deutschen Waldjugend zur Verhinderung von Machtmissbrauch in jeglicher Form

Die Deutsche Waldjugend hat es sich laut § 2 der Satzung zur Aufgabe gemacht, einerseits die Jugendhilfe zu fördern und andererseits die ihr anvertrauten Kinder und Jugendlichen zur selbstständigen Verantwortlichkeit und zum kritischen Denken zu erziehen. Sie verpflichtet sich aus ihrer Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen, sie vor negativen Einflüssen zu schützen und in ihrer Selbstbestimmung und Selbstentfaltung zu bestärken. Die Deutsche Waldjugend setzt sich für den Respekt vor der individuellen Persönlichkeit der Wildlinge ein und tritt ihnen mit Wertschätzung und gegenseitigem Vertrauen entgegen. Jegliche Form des Machtmissbrauchs wird abgelehnt, abgemahnt und zieht in letzter Konsequenz entsprechende disziplinarische und strafrechtliche Folgen nach sich.

 

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